
Die Stadt Sassnitz im Nordosten der Insel Rügen zählt rund 10.530 Einwohner und liegt auf der Halbinsel Jasmund. Die günstige Lage der Hafenstadt mit Angrenzung an den Nationalpark Jasmund lockte schon zu Zeiten der Industrialisierung immer mehr Erholungssuchende nach Rügen und auf die Halbinsel Jasmund. 1878 gab es die erste Schiffsverbindung Stettin-Sassnitz. Mittlerweile gibt es regelmäßige Fährverbindungen von Sassnitz aus nach Skandinavien. Sassnitz war für die Fischerei seit je her bedeutsam. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte sie mit dem Aufbau des Fischkombinats ihren größten Aufschwung. Der ca. fünf Kilometer von der Stadt entfernte Fährhafen Sassnitz gilt seit Mitte der achtziger Jahre als wirtschaftlicher Schwerpunkt der Insel Rügen und ihr größter Arbeitgeber. Der Tourismus, der Fährverkehr und die Fischerei haben auch die Architektur der Stadt geprägt. Im 19. Jahrhundert wurden viele strohbedeckte Fischerhäuser zu Pensionen umgebaut, die mit ihren kunstvoll verzierten Balkonen das besondere Merkmal der Bäderarchitektur darstellen. Im Zuge der Industrialisierung der Stadt wurden aus Sommerpensionen Ganzjahreswohnhäuser. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört der Stadthafen mit der von 1889-1912 erbauten längsten Außenmole Europas von 1450 m. Die Strandpromenade mit den anliegenden Gaststätten und Restaurants lädt zu einem Spaziergang ein. Das örtliche Heilmittel Kreide und die im Stadtteil Dwasieden erbohrte Thermasole machten den Kurort Sassnitz sehr beliebt. Das Kreidewerk Klementelvitz führt die Traditionen der Kreideindustrie weiter. Seit dem 10. September 1998 gilt Sassnitz als staatlich anerkannter Erholungsort.

Zwischen Bodden und Nationalpark liegt Jasmunds zweitgrößte Gemeinde Sagard. Sie ist gleichzeitig Sitz des am 1. Januar 2005 neu gebildeten
Amtes Nord-Rügen, zu dem weitere sieben Gemeinden gehören. Hier leben ca. 3.000 Einwohner.
Sagard wird erstmals im Jahr 1250 erwähnt. Der Name der Gemeinde Sagard stammt aus dem Slawischen und bedeutet soviel wie Einfriedung oder Burgort. Dies deutet auf den ehemals hier befindlichen, aber eingeebneten slawischen Burgwall, aus dem 12. Jahrhundert hin. Seit dem Jahr 1750 gab es schon Anfänge eines Kurbetriebes. Im Jahr 1794 gründeten die Brüder Pastor Heinrich Christoph von Willich und Landarzt Dr. Moritz von Willich eine „Brunnen-, Bade- und Vergnügungsanstalt”. Schon im Jahr 1795 wurden etwa hundert Kurgäste gezählt. Bis 1806 wuchs die Zahl, der zum Teil auch ausländischen Kurgäste, bis auf ca. 500 an, danach wurde der Kurbetrieb wegen der Besetzung Rügens durch napoleonische Truppen und den damit in Zusammenhang stehenden allgemeinen Kriegswirren eingestellt und auch später nicht wieder aufgenommen. Nur der Name erinnert noch an den damaligen idyllischen Kurpark mit seinen Promenaden, Brunnen- und Badehäusern.
Wunderbar gelegen bietet der Ort für jeden den idealen Ausgangspunkt. Die Nähe des Nationalparks lädt besonders die Naturliebhaber zum Wandern ein. Auch Radtouren zu den nahe gelegenen Stränden und Ausflugszielen wie dem Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL sind von Sagard aus gut möglich.

Hoch über dem Ufer liegt Lohme, das erste Seebad der Insel Rügen, als nördliches Tor zum Nationalpark Jasmund. Schon im 18. Jahrhundert entdeckten die Romantiker den kleinen Fischerort. Caspar David Friedrich fertigte zahlreiche Skizzen von der umliegenden Landschaft mit der Kreideküste, dem Hochuferwald mit den Hünen– und Hügelgräbern sowie dem traumhaften Blick übers Meer zum Kap Arkona.
Heute ist Lohme mit seinen Ortsteilen Hagen, Nipmerow, Bisdamitz und Blandow eine anerkannte Erholungsregion, die sich ihre Ruhe und Naturnähe bewahrt hat. Zahlreiche beschilderte Reit- und Wanderwege laden ein, die Umgebung zu erkunden und die Natur zu genießen. Ein besonderes Kleinod ist der verträumte Seglerhafen in Lohme, der jeden Abend Schaulustige anzieht, den berühmten „Lohmer Sonnenuntergang” zu bestaunen.
Zu jeder Jahreszeit ist Lohme eine Reise wert, im Frühjahr, wenn die Anemonen den zart-grünen Buchenwald erobern, im Sommer, wenn die Sonne Badelustige an den Strand zieht, im Herbst, wenn sich der Wald in ein buntes Farbenmeer verwandelt und auch in der besinnlich-verschneiten Winterzeit.

Das nordwestliche Tor zum Nationalpark mit seinem kilometerlangen herrlichen Sandstrand verbindet die Halbinsel Wittow mit der Halbinsel Jasmund.
Im Nordwesten geht die Halbinsel Jasmund in eine lang gezogene sichelförmige Nehrung über, die Schaabe, die den großen Jasmunder Bodden vom offenen Meer trennt. An ihrer schmalsten Stelle ist sie nur 600 Meter breit. Während sich an der Ostseeseite der Nehrung ein 9 km langer Sandstrand erstreckt, geht der Wald an der Boddenküste der Schaabe in einen breiten Schilfgürtel über. Die Schaabe gehört zu den jüngeren Teilen Rügens. Erst im 19. Jahrhundert wurden die, durch Anlandung entstandenen, Dünen mit einem Kiefernwald bepflanzt, der inzwischen eine stattliche Größe erreicht hat und der Landschaft einen mediterranen Charakter verleiht. Das lange Ostseeufer der Schaabe ist zweifellos einer der schönsten Strände der Insel. Zwischen Kiefernwald und Meer erhebt sich ein sanfter Dünenhügel. Ein feinsandiger Strand zieht sich von Glowe bis nach Juliusruh. Flach und steinlos fällt das Ufer in die Tromper Wiek ab. Bei Spaziergängen oder Strandaufenthalten sind die Leuchttürme von Kap Arkona ständige Wegbegleiter. Entlang der Boddenküste des Großen Jasmunder Boddens verläuft ein Wanderweg, der von Lietzow über Glowe bis nach Breege führt.
Am Eingang zur Schaabe liegt der kleine Küstenort Glowe (ca. 1.100 Einwohner). In naher Umgebung eines Jungmoränenkopfes, dem „Königshörn”, gelegen, wurde „glova” (slawisch: Kopf) erstmals 1314 urkundlich erwähnt. Das einstige Fischerdorf hat durch die Blüte der Seebäder auch einen Aufschwung erlebt, und ist inzwischen ein interessanter und beliebter Ferienort geworden. Viele neu entstandene Ferienhäuser vermischen sich heute mit alten und typischen Stilbauten des Nordens und verleihen dem Ort einen einladenden und gemütlichen Charakter. Zur Gemeinde Glowe gehören der Ort Bobbin, mit der ältesten Feldsteinkirche der Insel Rügen, der Ortsteil Spyker, mit der Schlossanlage des einstigen Herrschaftssitzes von Feldmarschall Gustav von Wrangel aus Schweden, der ehemalige Fischerort Polchow sowie die Ortsteile Ruschvitz, der angebliche Geburtsort Klaus Störtebekers, Baldereck und Kampe.
Durch seinen wunderschönen, unverbauten Sandstrand, mit bester Luft- und Wasserqualität, dem großen Naturreichtum und der Naturbelassenheit der Ufergestade, ist Glowe einer der Top Tipps für Rügenreisende geworden und lädt zu jeder Jahreszeit zu einer Reise ein.
Ein gemeinnütziges Projekt des WWF, der Stadt Sassnitz und des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Unterstützt und gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz