Im Forst 5
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Von der Halbinsel Darß-Zingst über die Insel Hiddensee bis zur Westküste Rügens schützt er 80.500 ha der wenigen noch weitgehend naturnahen Landschaften Mitteleuropas:
Gewässer von Ostsee und Bodden machen 84% des Schutzgebietes aus, nur 16% sind Landfläche. Die Grenzen zwischen Land und Wasser sind jedoch in ständiger Veränderung begriffen: Windwatten; Küstendynamik.
Der Nationalpark an der deutschen Ostseeküste bewahrt Eigenart, Schönheit, Ursprünglichkeit der Boddenlandschaft und er unterstützt naturverträgliche Wirtschaftsweisen. Die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts, der möglichst ungestörte Ablauf natürlicher Prozesse an Ostsee und Bodden sowie die natürliche Waldentwicklung auf unterschiedlich alten Landflächen sollen erhalten, Salzgrasland- und Moorflächen wieder hergestellt werden.
Die deutsche Ostseeküste erstreckt sich über eine Länge von 724 km. Mit dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft stehen 71 km Außen- und 300 km Binnenküste unter Schutz.

Die Ostsee und mit ihr die Boddenlandschaft entstanden vor etwa 7.000 Jahren. Danach setzten küstendynamische Prozesse ein, die auch heute für ständige Veränderungen sorgen. Der Verlauf der heutigen Küstenlinie der Ostsee mit ihren vielfältigen Formen resultiert aus den Hinterlassenschaften der Vereisungen der letzten Kaltzeiten und der nachfolgenden Entwicklungsgeschichte der Ostsee mit ihren küstenformenden Prozessen. Unablässiges Wirken von Wind und Wasser veränderte den Verlauf der Küste ständig. Noch heute nagen vornehmlich Herbst- und Winterstürme an den Außenküsten, so am Darßer Weststrand, an der Zingster Außenküste, am Bug und am Dornbuschkliff von Hiddensee. Die aufgewühlte Ostsee peitscht gegen die Küste, reißt Erdmassen samt Bewuchs mit sich und verfrachtet die Sedimente entlang der Küste. Dort, wo das Meer zu Ruhe kommt, an windabgewandten Abschnitten, lädt es sein Material wieder ab; das Material wird angelandet. Allein am Darßer Ort wächst das Land auf diese Weise Jahr für Jahr mehrere Meter in die See hinaus. Im Nordosten Hiddensees hat sich erst ein Bessin gebildet, ab 1910 ein zweiter. Inzwischen deutet sich bereits das Entstehen eines dritten Bessin an.

Große Schilder an den Eingangsbereichen weisen auf den Zugang zum Nationalpark hin und laden zum Verweilen ein, ausgeschilderte Wege, Informationstafeln und Schaukästen informieren und geben Orientierung. Im Nationalpark gilt: unter Einhaltung der Schutzziele soll der Mensch die Natur erleben, sich in der Natur erholen und bilden. Beobachtungsstände ermöglichen einen optimalen Einblick in die Natur und vor allem die Beobachtung der Tierwelt, Schutzhütten bieten Besuchern Unterstell- und Ausruhmöglichkeiten, diverse Rastplätze laden zum Verweilen ein.
Das Schutzgebiet wird durch das Nationalparkamt Vorpommern, das als untere Naturschutz- und untere Forstbehörde sowohl für den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft als auch für den Nationalpark Jasmund verantwortlich zeichnet, verwaltet. Das ganze Jahr über werden Veranstaltungen, wie geführte Wanderungen, Bildungsveranstaltungen für Schulklassen und Vorträge, angeboten. Faltblätter, Plakate, Presse, auch der Rundfunk verweisen auf die Termine. Seit Jahren wird August/September der Nationalparktag an unterschiedlichen Orten mit Feierlichkeiten und Aktivitäten begangen. Im Rahmen des „Europäischen Tages der Parke“ wurde 1999 der Borner Markt ins Leben gerufen. Seitdem findet diese Veranstaltung jedes Jahr im Mai in der Darßgemeinde Born statt.

Das Nationalparkamt betreibt sechs Informationszentren. Jedes von ihnen vermittelt Allgemeines zur Nationalparkthematik, informiert über den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft im Besonderen und geht auf die jeweilige Gebietsspezifik ein. So beherbergt ein kleines Haus auf dem Gelände der Alten Oberförsterei Darß in Born die Ausstellung „Darß-Wanderung“, ist östlich des Ortes Zingst in einem ehemaligen Wachthäuschen die Ausstellung „Lebensräume“ zu sehen, lädt in einem Haus direkt an der Kliffkante von Barhöft die Ausstellung „Boddenlandschaft“ zum Verweilen ein, wird in der Alten Küsterei von Waase auf Ummanz die Ausstellung „Westrügen“ gezeigt, wurde in der Schutz- und Informationshütte auf dem Bug die Ausstellung „Bug“ eingerichtet und ist im Nationalparkhaus Hiddensee in Vitte die Ausstellung „Veränderung“ beheimatet. Alle Einrichtungen werden personell betreut und erheben keinen Eintritt. In Wieck auf dem Darß steht die Darßer Arche, das Nationalpark- und Gästezentrum. Unter der Vielfalt seiner Angebote kommt der Nationalparkausstellung besondere Bedeutung zu.