Um die Erdwärme zur Energiegewinnung für Heizung, Klimaanlage und warmes Wasser zu nutzen, wurde durch die Nord Bohr und Brunnenbau GmbH Grimmen auf dem Freigelände des Nationalpark-
Zentrum KÖNIGSSTUHL eine Erdwärme-
anlage installiert. Dazu wurden sieben Sonden 150 Meter tief ins Erdreich getrieben, wo ca. 13 C° konstant herrschen. Die Sonden sind über einen Verteilerbalken zusammengefasst und mit Wärmespeichern verbunden. Die in den Speichern enthaltende Solelösung (Salz) wird mittels eines Rohrsystems in den Boden geleitet und erwärmt bzw. gekühlt.
Drei Wärmepumpen regulieren die Hauswärme über acht Wärmesonden. Schon ein relativ geringer Unterschied zur Außentemperatur genügt den Wärmepumpen für eine Energiegewinnung. Diese Art der Energiegewinnung ist mit einer 100%igen Verringerung des Ausstoßes vom Treibhausgas Kohlendioxid nicht nur umweltfreundlich, sondern auch kostengünstiger, da die Heizkosten komplett entfallen.
Die Erdwärmesondenanlage läuft im Gegensatz zur Solarenergie monovalent. Das heißt, während sich die Sonneneinstrahlung übers Jahr ändert, bleibt die Bodenwärme ab einer Tiefe von drei Metern konstant. Die Energie kann also ganzjährig gleichmäßig genutzt werden. Des Weiteren setzt sich die Anlage aus dem Verteilerschacht und den Wärmepumpen zusammen, die mit „grünem” Strom betrieben werden. Die Menge des Stroms entspricht in etwa der Menge, die durch die auf dem Dach angebrachte Fotovoltaik-Anlage produziert wird. Angeschlossen an den Erdwärmekreislauf sind die Lüftungsanlage mit Wärmerückhaltung, die Warmwasserbereitung, die Heizung sowie die Kälteanlage für den Eiszeitgletscher. Durch die Verwendung der Erdwärme ist eine konventionell mit Heizöl betriebene Heizungsanlage nicht mehr nötig. Die Anlage ist die größte auf Rügen.
Ein gemeinnütziges Projekt des WWF, der Stadt Sassnitz und des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Unterstützt und gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz