Nationalpark-Zentrum Königsstuhl
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Durch neue Technologien wird der nachhaltige Umgang mit Trinkwasser gewährleistet. Das Entwässerungs-
konzept ist durch eine strikte Trennung der anfallenden Abwässer nach Grad der Verschmutzung bestimmt. Das Grau-
wasser stammt aus dem Sanitärbereich und der Gastronomie, das Schwarz-
wasser aus den Toiletten.
Für den Bereich der Reinigungszapfstellen wird ein separates Versorgungsnetz mit Trink- und Brauchwarmwasser genutzt. Der tägliche Bedarf beträgt je nach Saison 4 bis 8 Kubikmeter pro Tag. Alle dem Besucher zugänglichen Zapfstellen werden ausschließlich mit Kaltwasser versorgt. Die Ausgabe erfolgt an den Waschtischen über Armaturen mit Sensortechnik.
Die Warmwasserbereitung erfolgt über eine Speicherladestation. Die Energiespeisung erfolgt über die Wärmepumpenanlage und die thermische Solarenergienutzung. Um den Legionellenschutz sicher zu stellen, wird über elektrische Energie die Wärmebereitstellung abgesichert. Herzstück der thermischen Solaranlage ist der Kollektor. Ein Flachkollektor, die am weitesten verbreitete Bauform eines Kollektors, besteht aus einem selektiv beschichteten Absorber, der zur Absorption („Aufnahme”) der einfallenden Sonnenstrahlung und ihrer Umwandlung in Wärme dient.
Zur Minimierung von thermischen Verlusten wird dieser Absorber in einen wärmegedämmten Kasten mit transparenter Abdeckung (meistens Glas) eingebettet. Der Absorber wird von einer Wärmeträgerflüssigkeit (ein Gemisch aus Wasser und ökologisch unbedenklichem Frostschutzmittel) durchströmt, die zwischen Kollektor und Warmwasserspeicher zirkuliert. Thermische Solaranlagen werden über einen Solarregler in Betrieb genommen. Sobald die Temperatur am Kollektor die Temperatur im Speicher um einige Grad übersteigt, schaltet die Regelung die Solarkreis-Umwälzpumpe ein und die Wärmeträgerflüssigkeit transportiert die im Kollektor aufgenommene Wärme in den Warmwasserspeicher. Mit der Solarthermie können übers Jahr gerechnet 50 bis 65 % des Warmwasserbedarfs gedeckt werden.
Das geringer verschmutzte Grauwasser (Abwassertische, Duschen, Küchenabwässer, Abwasser der Klimatechnik, Reinigungsabwässer der Aquarienfilter, Filterrückspülwasser Wasserwerk) wird mittels Freigefälle abgeleitet, einem Fettabscheider zugeführt und zur Vorklärung der Pflanzenkläranlage (PKA Subterra, Firma Krüger Pflanzenkläranlagen GmbH) zugeleitet. Das so gereinigte Wasser entspricht in seinen Grenzwerten der EU-Badewasserrichtlinie. Die aktive Gesamtfläche des vertikal durchströmenden Bodenfilters der PKA beträgt 110 qm. Das Grauwasser wird hier mittels einer Mehrkammergrube vorgeklärt. Die letzte Kammer und ein separater Pumpen-
schacht dienen als Pufferspeicher. Durch unterirdische Beschickung wird hygienische Gefährdung und Belästigung vermieden. Das Pflanzenbeet ist primär mit Schilf bepflanzt und enthält dekorative Sekundärbepflanzung. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sichern die Qualität.
Das gereinigte Wasser wird ausschließlich einer Zweitnutzung als Spülwasser für Toiletten genutzt. Verwendet werden Wasser sparende Vakuum-Toiletten (Firma Roevac). Die Vakuumtoiletten verfügen über eine Wasservorlage aus der PKA. Nach Benutzung wird die Spülung aktiviert, das Absaugventil öffnet und befördert den Inhalt in die Vakuumanlage. Mittels Spüldüsen wird die Wasservorlage wieder aufgefüllt. Die wasserlosen Urinale leiten den Urin mittels Freigefälle einer Absaugeinrichtung zu. Die Einheit wird über Staudruckmessung ausgelöst. Die Funktion ist analog der Vakuumtoilette. Der Wasserverbrauch beträgt im Vergleich zu herkömmlichen Toiletten nur ein Zehntel (0,5 bis 1 Liter statt 5 bis 9 Liter). Das aus Flugzeugen bekannte System entwässert in eine Vakuumkompaktstation und dann in eine abflusslose Grube, die regelmäßig geleert wird. Die Wassereinsparung beträgt dadurch bis zu 70 %. Sollte einmal zuviel Wasser vorhanden sein, z.B. in den besucherärmeren Zeiten, wird der Überschuss als Teichwasser im Außengelände eingesetzt.