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Kleine und große Welterben feierten Welterbe-Jubiläum

Datum
21. September 2021
Ansprechpartner

Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL
Gesine Häfner
presse(at)koenigsstuhl.com
+49 (0)38392 661730

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© Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL
Franziska Trommer
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Sassnitz hat endlich wieder ein Waldfest – und es ist seinem Welterbe gewidmet.

Denn vor genau zehn Jahren passierte Großes für den Schutz alter Wälder in Deutschland. Fünf deutsche Buchenwälder erlangten weltweite Aufmerksamkeit und wurden von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Mit dabei: die alten Buchenwälder auf der Halbinsel Jasmund, welche seither zum „Erbe der gesamten Menschheit“ gehören. Anlässlich dieses freudigen Jubiläums fand am UNESCO-Welterbeforum, der ehemaligen Waldhalle, am 19. September ein besonders erlebnisreiches, spätsommerliches Waldfest für die ganze Familie statt.

Auf dem Gelände rund um das Welterbeforum konnten sich die Gäste über den Nationalpark, sein Welterbe und das Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL informieren. Das Umweltbildungsteam vom Königsstuhl nahm Interessierte mit auf eine Welterbeführung und ließ beim Welterbe-Quiz „1, 2 oder 3“ Familien gegeneinander spielend ihr Wissen testen. Viele Blätterwünsche wurden am Bastelstand an den „Wilden Wald am Meer“ verfasst und aufgehängt.

Im Mittelpunkt des Tages standen 64 „Kleine Welterben“, die sich erstmalig auf eine Welterbepirsch begaben. Von der Stadtbibliothek aus ging es für sie in acht Teams von einer Waldelfe begleitet auf große Schnipseljagd in den Nationalpark Jasmund. Die Pirschteams mussten über zehn Mit-Mach-Stationen entlang des Hochuferwegs im Wald spannende Naturrätselaufgaben lösen, um am Ende eine geheime Botschaft des Waldes für die Menschen zu entschlüsseln. Diese wurden dann am Ziel, dem UNESCO-Welterbeforum, verkündet. Dort warteten auch schon alle „Großen Welterben“ gesellig bei Welterbe-Bier, Bratwurst und Live-Musik von Ron Beitz auf die Pirschrückkehrer. „Alte Buchenwälder sind leider sehr selten geworden. Im Nationalpark sind sie gut geschützt. Sie gehören zum Erbe der Menschheit. Wir alle tragen für Sie Verantwortung!“ war die finale Botschaft, verkündet von den Stubnitz-Wieseln. Alle Kinder bekamen eine Ernennungsurkunde und Medaille überreicht vom Welterbe-Initiator Prof. Hans Dieter Knapp und Pirsch-Schirmherr Frank Kracht. Letzterer begleitete das Team der Haselmäuse über alle Stationen, welche am Ende auch den Gesamtsieg, gemessen an ihren stationsweise verdienten goldenen Bucheckern, erringen konnten. Mit Unterstützung der Stadt Sassnitz, des Jugendbeirats, der Stadtbibliothek, dem Tierpark, der Volkssolidarität, dem Nationalparkamt und dem Nikolausbüro trugen viele Helfer aus allen Generationen zum Gelingen der Welterbe-Pirsch bei. Auch die WoGeSa und Wärmeversorgungs GmbH sowie der Sassnitzer Hafen haben die Erlebnisaktion unterstützt. Die VVR machte es mit einem eigens eingerichteten und kostenfreien Shuttle möglich, dass nicht nur Wanderer das Waldfest erreichen konnten.

Anlass nicht nur die kleinen, sondern auch einen ganz besonderen großen Welterben auszuzeichnen, nahm Nationalparkleiter Gernot Haffner und Nationalpark-Referent des Umweltministeriums Olaf Dieckmann an diesem Tag wahr. Prof. Hans Dieter Knapp initiierte die „Europäische Buchenwald-Initiative“ und war maßgeblich an der Nominierung der Alten Buchenwälder Deutschlands und Europas für die Welterbeliste der UNESCO beteiligt. Beharrlich schlägt sein Herz seit vielen Jahrzehnten für den Naturschutz. Neben einer Ehrenurkunde und Medaille überreichte ihm Bürgermeister Frank Kracht ein stimmungsvolles Waldbild von Inselmaler Manfred Diekmann als Dank für seine unermüdlichen Aktivitäten.

Am Nachmittag wurde die alte Mutterbuche auf der Waldlichtung dann Zeuge eines besonderen Freilufttheaterstücks: „Der Tod des Empedokles“ – inszeniert von Peter Trabner. Der Tatort-Schauspieler tobte, witzelte und mahnte bei seinem Umwelttheater. Mit klassischer Rezitation, Interaktionen mit den Zuschauern, assoziativem Witz und viel Spielfreude nahm er die Konsumgesellschaft der westlichen Welt aufs Korn und konnte neben vielen lachenden auch in einige nachdenkliche Gesichter blicken. Abschließend wurde mit einer köstlichen Geburtstagstorte der Bäckerei Peters das Jubiläumsfest beendet.

Dass das Welterbe hervorragende Gelegenheiten bietet, in der Region zusammenzurücken, die Einwohner nahe an „ihren“ Wald und den Nationalpark vor der Haustür zu bringen, zeigte dieser Tag. Das UNESCO-Welterbeforum ist nicht nur Anlaufpunkt für Besucherinnen und Besucher, sondern historischer Ort für die Einwohner, die die alte Waldhalle noch kennen.

Das UNESCO-Welterbeforum ist noch bis Ende Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Ab November lädt es immer freitags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr zum Verweilen ein.

Weitere Informationen unter: welterbeforum.koenigsstuhl.com