Nationalpark-Zentrum KÖNIGSSTUHL - Nachricht des Tages: Abbruchrisiko an der Kreideküste

Presse Detail

20. Januar 2011

Nachricht des Tages: Abbruchrisiko an der Kreideküste

Uferabbrüche an der Kreideküste sind unmöglich vorherzusagen. Aber wann das Risiko etwas größer ist als sonst, das lässt sich einschätzen. Jetzt ist so eine Zeit.

Seit einigen Wochen steckt der Frost im Boden, und nun setzt Tauwetter ein. Der Wechsel von Frost und Tauwetter gehört zu den wichtigsten Ursachen für Uferabbrüche. Im November 2010 kam es bereits zu einem größeren Abbruch zwischen Kollicker Ort und Kieler Bach und es stürzten ca. 10.000 Kubikmeter Kreide in die Ostsee. Es rieselt und bröckelt überall, und wer in den nächsten Tagen und Wochen unter den Kreidefelsen spazieren geht, sollte besonders aufmerksam sein und den Blick gelegentlich auch in die Höhe richten.

Immerhin: Der Frost wirkt vor allem an der Oberfläche. Vielerorts sind die äußeren Schichten der Kreide vom Frost abgehoben und bröckeln nun ab wie alter Putz von einer Hauswand. Damit fällt auch alles ab, was sich an Moosen, Algen, vom Regen herabgewaschenem Mergel usw. auf der Kreide angesetzt hat. So werden die Kreidefelsen Stück für Stück wieder in frischem Weiß leuchten.

Ansprechpartner für mehr Informationen: Dr. Michael Weigelt